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Ein Berliner auf Liegerad-Tour

Berlin-Bremen Tag 1/3 (Arendsee)

Das lange Osterwochenende stand an und ich entschied mich, die freie Zeit für eine Mehrtagestour mit der Speedmachine zu nutzen. Bremen stand schon lange auf der Liste meiner Ziele und da zudem Ostwind vorhergesagt wurde, fiel die Wahl nicht schwer.


Da es eine entsprechende Route von Radweit.de gibt, programmiere ich diese ins Navi. Mit Radweit habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht – die Routen erlauben zügiges Vorrankommen, wobei sie meistens über kleine Landstraßen mit geringer KFZ Belastung, Wirtschaftswege und Radwege führen.  Drei Etappen sind geplant, knapp 160 km bis Arendsee (Altmark), 115 km bis Munster und 120 km bis Bremen. Ab Bremen dann je nach Windrichtung, Lust und Laune weiter. Da die erste Etappe “flach wie Holland” ist und die zweite ein paar Höhenmeter aufweist, teile ich die Streckenlänge so ungleichmäßig auf.

Ich starte Karfreitag bei strahlendem Sonnenschein und angenehmer Lufttemperatur an der Haustür in Berlin Prenzlauer Berg. Mein Gepäck besteht aus Camping-Ausrüstung (Zelt, Schlafsack und aufblasbare Iso-Matte), sowie dem üblichen Krempel für Touren innerhalb der “Zivilisation”. Alles zusammen geschätzt ca. 10 kg – kein Ultraleichtgepäck, aber auch nicht überladen. Mit Rad wahrscheinlich um die 27 kg.

Um autofrei nach Spandau zu kommen nutze ich den Radweg am Hohenzollernkanal (Teil von Berlin-Kopenhagen). So führt die Tour bereits nach nur wenigen Kilometern Stadtverkehr durch’s Grüne.

Kurz hinter Spandau treffe ich dann leider doch noch auf einen Auto-Huper, der irgendwas brüllt, was ich nicht verstehe. Wahrscheinlich wollte er mich nur aus Berlin verabschieden.

Bis Paaren im Glien verläuft die Route unspektakulär auf der Landstraße und wechselt dann über mehrere Kilometer auf einen willkommenen Radweg mit perfektem Asphaltbelag über die Felder.

Leider hält die Freude nicht allzu lange an, denn schon bald geht es auf einem Betonplattenweg weiter. Ich bin mal wieder froh, mit der Speedmachine ein vollgefedertes Liegerad zu haben. Der Weg ist aber fahrbar und es sind auch nur wenige Kilometer.

Radweit führt mich weiter durch kleine Dörfer mit wenig Infrastruktur und immer weniger Autoverkehr. Teilweise ist minutenlang kein einziges Auto mehr zu sehen.

Nach ca. 70 km mache ich die erste “richtige” Pause am Kleeßener See. Es ist mittlerweile schon sommerlich warm und ich merke, dass ich noch nicht voll auf die “Hitze” eingestellt bin. So genieße ich die Pause im Schatten mit mitgebrachtem Baguette.

Kurz nach der Pause erreiche ich die Havel, die für willkommene landschaftliche Abwechslung sorgt. Ich finde die Havel sehr reizvoll, da der Fluss über weite Strecken ohne künstliche Begrenzungen wie Deiche verläuft und zum Teil stark mäandert.

In Havelberg mache ich einen kurzen touristischen Abstecher in Verbindung mit einer Kuchenpause.

Ich nehme mir vor, nächstes Mal mehr Zeit mitzubringen, um mir den Havelberger Dom aus der Nähe anzuschauen. Wenn ich nur mal morgens zeitig genug aus dem Bett kommen würde :-/

Von Havelberg sind es nur noch wenige Kilometer bis zur Elbe.

Die Fähre über die Elbe kommt als “Gierfähre” ohne eigenen Antrieb aus, indem sie die Strömung als Energiequelle nutzt. So lässt sich die Überfahrt ohne Motorgetuckere noch besser genießen. Zumal ich auch der einzige Passagier bin.

Langsam sinkt die Sonne tiefer und es kommt eine schöne Spätnachmittagsstimmung auf. Ich muss mich etwas sputen, um den Arendsee’er Campingplatz noch im Hellen zu erreichen. Eine Grund mehr, nächstes Mal zeitiger zu starten.


Mit Seehausen gibt es noch mal einen letzten touristischen Höhenpunkt, den ich aber nur im Vorbeiflug erhasche.

Der letzte Teil bis Arendsee besteht nur noch aus “Kilometerfressen”, zum Glück ist die B190 zu der Zeit kaum befahren und der Sonnenuntergang sorgt noch für eine schöne Stimmung.

In Arendsee baue ich mit dem letzten Sonnenlicht mein Zelt auf, kann mich aber anschließend nicht mehr aufraffen, noch eine vernünftige Abendmahlzeit zu besorgen. So muss eine Portion Pommes vom Campingplatz ausreichen, um die Energiespeicher mehr schlecht als recht wieder aufzufüllen. Ich verkrieche mich in meinen Schlafsack und finde trotz der ungewohnten Situation zu einem recht erholsamen Schlaf. Bis… das erzähle ich mit dem nächsten Blog-Eintrag.

Download Track (GPX) – bis auf Routing in Berlin von Radweit.de (Berlin-Bremen) übertragen, Navigationsfehler vorbehalten

 

 

 



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