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Ein Berliner auf Liegerad-Tour

Erster “joyride” 2012

Es ist Sonntag und möglicherweise die letzte Gelegenheit nach wochenlangem Dauerfrost noch einmal auf einem zugefrorenen See herumzuspazieren. Denn ab nächster Woche ist Wetterumschwung angesagt.

Was liegt näher, als das Ganze mit einem Speedmachine-Ride zu verbinden, zumal die Fahrbahnen frei von Schnee und agressiver Salzpampe sind. Mein Ziel ist der Müggelsee.

Also schnell noch den Reifendruck auf +1 Bar über max. gebracht (Kälteausgleich), Thermoskanne gefüllt, los gehts.


Die Pflichtradwege in Lichtenberg sind zwar größtenteils vom Schnee geräumt, dafür liegt jedoch völlig sinnfrei jede Menge fieser Split herum. Ich habe mit meinen anfälligen “Marathon Racer” Reifen Glück und komme pannenfrei durch.

Ich wähle eine Route über Biesdorf (B1). Hier sind die Radwege teilweise völlig unbrauchbar. Viel zu schmal, huckelig und noch splitverseuchter als in Lichtenberg. Ich urteile “nicht zumutbar” und wähle stattdessen die Fahrbahn. Jetzt heißt es Nervenstärke zeigen und in der Mitte der Spur fahren, um Nahüberholen zu verhindern. Funktioniert wieder mal hervorragend und kein einziger Autler hupt. Ich fahre aber auch knapp 40 km/h. Würde ich mit 20 dahinzuckeln, wäre mir das Hupkonzert sicher.

Im Kaulsdorf komme ich endlich runter von der nervigen B1 und weiter geht’s auf ruhigen Seitenstraßen. Ab jetzt fühlt es sich erst nach Radtour an.

Hinter Kaulsdorf wird es landschaftlich nochmal deutlich schöner, es geht durch den Wald nach Friedrichshagen. Hier bin ich sehr positiv von dem straßenbegleitenden Radweg überrascht, der komplett schnee- und splitfrei ist.

Am Müggelsee ist unheimlich viel Betrieb. Auf dem Eis die reinste Völkerwanderung von der Anlegestelle Friedrichshagen Richtung Rübezahl-Terrassen.

Und kälter ist es. Waren es in Lichtenberg noch lauschige -3°C, sind es hier nun -6 bei leichtem Wind. An sich auch nicht weiter dramatisch, aber vom Radfahren geschwitzt, fröstele ich doch etwas. Da bin ich froh über meine Thermoskanne mit heißem Tee.

Ich beschließe, noch etwas spaßigeres mit dem Müggelsee anzufangen, als nur drauf zu starren. Wenn ich schon mit dem Liegerad da bin und es so viel Publikum gibt, kann ich auch eine kleine Showeinlage bringen. Und so setze ich die Speedmachine mit ihren fast profillosen Reifen aufs Eis, trete vorsichtig, gaaanz vorsichtig ins Pedal und tatsächlich, die Fuhre rollt und kippt auch nicht nach 10 Metern um. Auch nicht nach 100. Wer braucht schon Spike-Reifen… (OK, der Fairnis halber sei gesagt dass ich das auf Spiegeleis vermutlich nicht ohne Spikes gemacht hätte).

Zurück fahre ich eine kürzere Route über Köpenick, Plänterwald, Mitte. Um wieder warmzuwerden versuche ich nochmal, die 30 eine Weile auf dem Tacho zu halten, aber das Winterwetter fordert doch Tribut und ich merke, dass ich den Pace nicht bis nach Hause durchhalten werde.

Fazit: Ein netter Stadt-Ride von 50 km, bei dem Wetter auch völlig ausreichend. Die Route auf dem Hinweg ist optimierungsbedürftig, hier wäre eine Alternative zur B1 bei Biesdorf wünschenswert. Meine Kleidung war gut gewählt, wenn auch die Füße zum Ende hin ansatzweise etwas kühl wurden. Ich habe aber auch recht viele Pausen gemacht.

P.S.: Der Begriff “Joyride” geht auf den Herrn “Sysadmin by Bike” zurück, vielen Dank.

 

Track-Mueggelsee-Runde-2012-02

 



Ein Kommentar zu “Erster “joyride” 2012”

  1. Andreas Scherer schreibt:

    Jetzt hätte ich aber einen richtig »großen Bogen« über den Müggelsee erwartet – mindestens bis zu dem »Bäumchen« auf der Google Map. 😉

    Andreas

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